Ein Verfahren zu Ende – Zwei Verfahren verschoben
Im letzten Verhandlungstermin wurde im Gemeindegrenzverfahren zugunsten des Klosters Mor Gabriel entschieden. Die alten, bereits seit den 30er-Jahren staatlich dokumentierten Grenzen, wurden nun gerichtlich bestätigt. Die haltlosen Grenzforderungen der Nachbargemeinden wurden abgeschmettert.
Die protokollarisch angekündigte Urteilsverkündung im Waldverfahren ist das Kreisgericht in Midyat jedoch schuldig geblieben. Stattdessen wurde der Prozess ein weiteres Mal verschoben. Neuer Verhandlungstermin ist der 17.Juni 2009. Der Verhandlungstermin im Verfahren der brachliegenden Flurstücke, sowie das daran gekoppelte Strafverfahren gegen den Stiftungsvorsitzenden des Klosters Kuryakos Ergün, wurden auf den 24. Juni 2009 verlegt. Damit stehen immer noch drei Prozesse an. Entscheidendes wurde beim heutigen Prozesstag also nicht gewonnen. Denn schließlich erfuhren staatliche Dokumente, die die Grenzen des Klosters zweifelsfrei belegen, nur eine gerichtliche Bestätigung.
Diese Relativierung verdeutlicht sich anhand der weiteren Streitgegenstände und noch anhängigen Verfahren. Denn der drohenden Enteignung von großen Wald- und Flurstücken innerhalb dieser bestätigten Grenzen stehen weiterhin juristische Hintertüren und Tore offen. Nichtsdestotrotz stellt die gerichtliche Bestätigung der alten Grenzen im Fall Mor Gabriel eine Art Präzedenzentscheidung dar.
Die Föderation der Aramäer in Deutschland erwartet daher, dass in allen anderen Grenzstreitigkeiten, in denen aramäische Dörfer verwickelt sind, ebenso entsprechend der alten Grenzen entschieden wird. Die Föderation der Aramäer in Deutschland betont daher mit Nachdruck, dass dem juristischen Kesseltreiben erst dann ein Ende gesetzt ist, sobald alle Verfahren beendet und positiv für das Kloster Mor Gabriel ausgegangen sind.
Wir lassen uns durch dieses eine gewonnene Verfahren nicht blenden. Das enorme Medienecho nach der Demonstration in Köln hat seine Wirkung nicht verfehlt. Es hat uns umso mehr darin bestätigt, dass es richtig ist, seine Forderungen offen und bestimmt zu stellen.
Die Föderation der Aramäer in Deutschland ist erschüttert, dass die Klosterbewohner des aramäischen Klosters Mor Gabriel in der Türkei von türkischen Verbänden aus Deutschland bedroht werden.
Nach der Veröffentlichung der „Vorwürfe" gegen den türkischen Generalkonsul Hakan Kivanc durch die Initiative Mor Gabriel werden die Klosterbewohner von Mor Gabriel durch türkische Nationalisten aus Deutschland bedroht. Der Erzbischof von Mor Gabriel bat in einem bewegenden Appell „die Aktivitäten in Deutschland“ einzustellen. Die Drohanrufe aus Deutschland seien mittlerweile unerträglich.
David Gelen, Vorsitzender der Föderation der Aramäer in Deutschland: „Ich bin erschüttert. Unser Erzbischof vom Kloster Mor Gabriel hat Angst um seine Klosterbewohner. Es ist perfide, dass türkisch-nationalistische Kreise, operierend aus Deutschland, das schwächste Glied der Kette so unter Druck setzen. In der Türkei gibt es für christliche Geistliche ohnehin keine Existenzsicherheit. “
Türkische Verbände gründen eine „Gegeninitiative“
Föderation der Aramäer: “Türkische Verbände in Deutschland verhalten sich Minderheitenfeindlich“
Zwischenzeitlich haben sich in Deutschland mehrere türkische Verbände, unter dem Vorsitz eines Politikers der türkischen Partei MHP Milliyetci Hareket Partisi (Graue Wölfe), Herr Isa Ilyasoglu, ebenfalls zu einer zu einer Gegeninitiative "Initiative der türkischen Vereine in NRW“ zusammengeschlossen. Bedenklich ist die Mitwirkung der rechtsextremen türkischen Organisation ATB Avrupa Türk Birligi, dessen politischer Überbau die islamfaschistischen Partei BBP Büyük Birlik Partisi in der Türkei ist.
Die Jugendorganisation der Partei BBP war in zahlreiche Morde gegen christliche Priester und der armenischen Journalisten Hrant Dink in der Türkei verwickelt. Der Rädelsführer und Sprecher dieser Gegeninitiative, Herr Isa Ilyasoglu, war bei den Wahlen in der Türkei Kandidat der ultrarechten Partei MHP (Graue Wölfe), dessen prominentes Mitglied, Mehmet Ali Agca, 1981 einen Attentat auf den Papst Johannes Paul II verübt hatte.
Madlen Vartian, Sprecherin der Initiative Mor Gabriel: „Der Schulterschluss türkischer Vereine mit rechtsextremen Organisationen (ATB) unter der Führung bekennender Mitglieder ultrarechter Parteien (MHP) und mit Mitwirkung türkischer Behörden (Ditib) zu einer „Gegeninitiative“ sollte unsere Integrationspolitiker aufschrecken. Die Gesinnung aus der Türkei, die zum Mord und Todschlag an zahlreichen Intellektuellen und Geistlichen geführt hat, tritt in Deutschland vermehrt offen auf und kommt mehr und mehr zur Entfaltung. Der Satz „Wehret den Anfängen“ sollte auch innerhalb der Migrantengemeinschaften gelten.“
Die Föderation der Aramäer in Deutschland, der Zentralrat der Armenier in Deutschland und der Verband der Griechen aus Pontos in Europa haben mittlerweile eigen Strafanträge gegen den türkischen Generalkonsul eingereicht, weil dieser die Verbände, die die Initiative Mor Gabriel bilden als Ausläufer von Terrororganisationen verleumdet hatte.
Mit freundlichen Grüssen
Kubilay Demirkaya
Sprecher der Initiative Mor Gabriel