| Initiative Mor Gabriel
Fall Kivanc: Gesprächszeugen bestätigen rassistische Äußerungen des Generalkonsuls an Eides Statt Eidesstattliche Versicherungen wurden bei Frankfurter Anwalt hinterlegt. Vorwürfe gegen Generalkonsul Kivanc bestätigt. Teilnehmer wollen anonym bleiben aus Angst. Nach der Veröffentlichung der rassistischen Äußerungen des türkischen Generalkonsuls Kivanc durch die „Initiative Mor Gabriel“ haben mehrere Gesprächszeugen, trotz des massiven Drucks durch die türkische Öffentlichkeit, an Eides statt versichert, dass Generalkonsul Kivanc die rassistischen Äußerungen gegen Deutsche getätigt hat. Aus Angst vor Repressalien möchten die Gesprächszeugen anonym bleiben. Die Eidesstattlichen Versicherungen wurden bei einem Frankfurter Anwalt hinterlegt, und werden erforderlichenfalls öffentlichen Stellen zur Verfügung gestellt. Das türkische Generalkonsulat setzt hingegen auf die Denunzierung der Minderheitengruppen. Gesprächszeugen werden zu „Verschwörern“ erklärt. Die Namen der „Verschwörer“ werden in den türkischen Medien veröffentlicht und das türkisches Generalkonsulat erklärt die Verbände und Vereine der „Initiative Mor Gabriel“ zu „Ausläufern von Terrororganisationen“. Eine Hetzjagd türkischer Medien auf die „Verschwörer“ beginnt. Nach der Pressemitteilung des türkischen Generalkonsuls Kivanc fühlen sich mehrere Gesprächszeugen massiv unter Druck gesetzt. Die türkischen Medien sprechen von einer heimtückischen Falle gegenüber dem türkischen Generalkonsul Kivanc, die von Armeniern, Aramäern, Aleviten, Kurden und Pontos-Griechen gestellt wurde.Generalkonsul Hakan Kivanc sprach in seiner Pressemitteilung vom 28.04.09 "von bestimmten Kreisen, deren negative Haltung gegenüber der Türkei wohlbekannt ist […] die sich durch die guten Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland gestört fühlen und sich von der Verschlechterung der Beziehungen beider Länder Profit erhoffen […]" In einer weiteren Erklärung des türkischen Generalkonsulats heißt es wörtlich: „Bezüglich der durch den Vereinen, die mit ihrer Arbeit gegen unser Land bekannt und Ausläufer von Terrororganisationen sind, geführten Verleumdungskampagnen hatten wir Ihnen die Presseerklärung unseres Generalkonsuls gesandt.“ Madlen Vartian, Sprecherin der Initiative Mor Gabriel: „Es ist ein Skandal, dass ein türkischer Diplomat sieben Gemeinschaften in Deutschland als „Ausläufer terroristischer Organisationen bezeichnet und damit seiner rassistischen Gesinnung freien Lauf lässt. Er transportiert Feindbilder und hetzt. Dies ist Gift für die Integration und das friedliche Zusammenleben in Deutschland.“ David Gelen, Bundesvorsitzender der Föderation der Aramäer: „Der Generalkonsul hetzt gegen die christlichen und alevitischen Gemeinschaften, weil sie sich mit den Aramäern im Fall Mor Gabriel solidarisiert haben und sich den ständigen Vereinnahmungsversuchen der Türkei zur Wehr setzen. Das Engagement und die Solidarisierung für den Erhalt eines aramäischen Klosters werden als „negative Haltung gegenüber der Türkei“ dargestellt. Dies gründet auf ein vom türkischen Staat verbreitetes Bild, dass die Minderheiten eine „Gefahr“ für den Staat seien. Diese Vorstellung zeugt von einem Rassismus gegen „nichttürkische“ Staatsangehörige, die offensichtlich auch Generalkonsul Hakan Kivanc teilt.“Diese politische Sprache des türkischen Generalkonsuls gab den Anlass zum medialen Zorn der türkischen Presse in Deutschland. Insbesondere die Tageszeitung Hürriyet titelte im Zusammenhang mit Armeniern, Aleviten, Aramäern, Pontos-Griechen und Kurden am 29.04.09 "Morsche Falle für den Generalkonsul". In der Ausgabe vom 30.04.09 der Tageszeitung Hürriyet wurde die Initiative Mor Gabriel in einem vermeintlichen Zitat als ein Zusammenschluss von kurdischen, griechischen und armenischen Verbänden dargestellt, die gegen die Türkei arbeiten und Pläne gegen türkische Diplomaten in Deutschland aushecken würden. Es ist weiterhin von einer "Vorsätzlichen Veröffentlichung", "Unglaubwürdigen Verleumdung", "Böswilligen Kampagne" die man nicht zulassen werde, die Rede. Die Tageszeitung SABAH titelte auf der ersten Seite ihrer Europaausgabe vom 02.05.09 mit der Schlagzeile „Große Verschwörung gegen den Generalkonsul“ und schrieb im Subtitel, dass nun herausgekommen sei, dass hinter den Rassismusvorwürfen gegenüber den Generalkonsul Kivanc, sich eine gegen ihn angelegte Verschwörung steckt. Die türkische Presse hat die Namen der Gesprächsteilnehmer veröffentlicht und diese Gesprächszeugen somit massiv dem öffentlichen Druck türkischer Nationalisten ausgesetzt. Der Generalkonsul Kivanc offenbart seine Ressentiments gegenüber den Gemeinschaften, die die "Initiative Mor Gabriel" bilden, und manifestiert bereits vorhandene Feindbilder innerhalb der türkischen Gemeinschaft.Die deutsche Politik muss reagieren und seine Gemeinschaften, zu denen unmissverständlich auch die Armeniern, Aramäern, Pontos-Griechen, Aleviten und Kurden zählen, vor der politischen Hetze türkischer Diplomaten und der Aufstachelung durch türkische Massenmedien, wie Hürriyet, schützen. Es ist nicht verständlich, dass türkischstämmige Politiker und Abgeordnete in Deutschland, die sprachlichen Zugang und die politische Kompetenz haben, um diese Propaganda zu verstehen, hierzu aktiv schweigen.Dies gefährdet nicht nur die Integration, sondern den sozialen Frieden zwischen den verschiedenen Gemeinschaften in Deutschland, dessen Förderung die oberste Aufgabe aller gesellschaftlichen Gruppen sein sollte.Die Verbände und Vereine der „Initiative Mor Gabriel“ haben sich am Montag, den 04.05.09 zu einer Sitzung zusammengefunden und dabei folgende Forderungen beschlossen: 1. Der türkische Generalkonsul Hakan Kivanc muss umgehend zurücktreten, um weiteren Schaden von den deutsch-türkischen Beziehungen abzuwenden.2. Das Auswärtige Amt muss vor dem Hintergrund der Verleumdung deutscher Verbände als Terrororganisation durch den türkischen Generalskonsul Kivanc, unverzüglich gegenüber der Türkei protestieren.Die Verbände und Vereine der „Initiative Mor Gabriel“ prüfen derzeit die Möglichkeit einer Strafanzeige gegen den türkischen Generalkonsul Kivanc. gez.Föderation der Aramäer in Deutschland e.V., HeidelbergZentralrat der Armenier in Deutschland e.V., Frankfurt a. M.Verband der Vereine der Griechen aus Pontos in Europa e.V., Frankfurt a. M.Föderation der Dersim Gemeinden in Europa e.V., Köln |